Informationen zur Onlinerecherche und zum Bestand der DHM-BibliothekBenutzungDer Bestand ist ausschließlich als Präsenzbestand zur Nutzung freigegeben; Lesesaal mit ca. 3.000 Bänden Freihandbestand, 16 Arbeitsplätze, Kopiergerät und Mikrofiche-Lesegerät.
OPAC-Recherche- Der OPAC enthält zurzeit Monographien ab Erwerbungsjahr 1994 (ca. 20.000 Titel von insgesamt ca. 201.000 Bänden). - Zeitschriften und Zeitungen sind vorerst nur zum Teil enthalten, weitgehend aber recherchierbar in der Zeitschriftendatenbank unter http://www.zeitschriftendatenbank.de (Sigel B 496). - Bände mit dem Exemplarstatus "bestellt" oder "zum Katalogisieren" befinden sich im Geschäftsgang und sind noch nicht verfügbar. - Schlagwortrecherche ist nur für einen Teil des Bestandes möglich; sachliche Erschließung durch einen musealen Anforderungen entsprechenden Systematischen Katalog.
Aufgaben und BeständeDie Bibliothek des DHM ist eine wissenschaftliche Spezialbibliothek zur deutschen Geschichte, speziell ausgerichtet auf die Aufgaben eines historischen Museums. Sie ist öffentlich zugänglich und dient in erster Linie den Mitarbeitern des Museums für die geschichtswissenschaftliche Arbeit und Forschung, für die Bearbeitung der Sammlungsbestände und für die museumskundliche Arbeit. Eine besondere Aufgabe ist die Sammlung historischer Druckschriften für die Präsentation deutscher Geschichte in historischen Ausstellungen. In diesem Sammlungsbereich sind ausgewählte und kostbare Einzelstücke aller Epochen und Wissenschaftsgebiete sowie eine Fülle herausragender Beispiele der Druckkunst und der Buchillustration von der Inkunabel bis zum zeitgenössischen politischen Buch konzentriert. Neben dem kontinuierlichen Ausbau der historischen Bestände besteht die Aufgabe der Bibliothek in der Bereitstellung aktueller Literatur zur deutschen und allgemeinen Geschichte unter Einbeziehung aller Bereiche der gesellschaftlichen Entwicklung von der politischen Geschichte über Wirtschafts-, Sozial-, Militär-, Rechts- und Verfassungsgeschichte, Territorial-, Lokal-, Kultur-, Literatur- und Kunstgeschichte, Geschichte der Naturwissenschaften, Technik und Hilfswissenschaften bis hin zum Museumswesen. Schwerpunktmäßig werden Literatur zur Geschichte der sozialen Bewegungen und zur Alltagskultur, Militaria sowie Ausstellungs- und Museumskataloge erworben.
Bestände(Stand Februar 2002)davon in Sondersammlungen: 40.000 Bände Zeitschriften, Zeitungen, Almanache, Jahrbücher 10.000 Bände Rara 5.000 Bände Militaria (Waffen- und Uniformkunde) 11.000 Bände Museums- und Ausstellungskataloge
GeschichteDie Bestände der heutigen Bibliothek des DHM gehen im Wesentlichen auf drei Sammlungen zurück (Restbestand der alten Zeughaus-Bibliothek bis 1945, Museum für Deutsche Geschichte 1952-1990, Deutsches Historisches Museum 1987 ff.). Die wissenschaftliche Spezialbibliothek entstand 1952 mit der Gründung des ehemaligen Museums für Deutsche Geschichte als zentrales Geschichtsmuseum. Ihre Erwerbungen wurden von Anfang an auf die Aufgaben eines historischen Museums ausgerichtet. Vorhanden war noch ein kaum nennenswerter Bestand an Militaria-Literatur der alten Zeughaus-Bibliothek, einer in ihrer Art einzigartigen Bibliothek in Deutschland. Ihr Schicksal ist bis heute ungewiss. Der überwiegende Teil muss wohl zu den Kriegsverlusten gerechnet werden. Durch eine intensive und ausgewogene Ankaufspolitik, durch Übergaben von anderen Bibliotheken und Institutionen, Parteien und Massenorganisationen, staatlichen Organen sowie durch private Schenkungen entstand eine umfangreiche historische Fachbibliothek. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands im Oktober 1990 ging die damals 170.000 Bände umfassende Bibliothek in die Nutzung des Deutschen Historischen Museums über. Wer die Ausstellungen des DHM in den letzten Jahren Revue passieren lässt, erkennt, dass die Erwerbungsgrundsätze der Bibliothek nach wie vor den Schwerpunkten verpflichtet sind, die sich aus den Aufgaben des Museums ergeben.
SammlungenMilitaria-SammlungDiese Sammlung geht auf einen kleinen erhaltenen Bestand der ehemaligen Bibliothek des alten Zeughauses zurück. Derzeit umfasst sie ca. 5.000 Bände ältere Schriften und Neuerscheinungen und entspricht damit der bedeutenden Sammlung von Militaria-Objekten des Museums. Vorhanden ist Literatur zur Waffen- und Uniformkunde, zu Fahnen, zu Orden und Ehrenzeichen, Reglements- und Dienstvorschriften, Kriegsgeschichte, Regimentsgeschichten, auch Militaria-Grafik. Die Sammlung enthält die mit zahlreichen Kupfern versehenen Hauptwerke zum Militärwesen des 16./17. Jahrhunderts von Johann Jakob Wallhausen, Joseph Furttenbach, Leonhard Fronsberger, Georg Rüxner und Jacob de Gheyn. Für das 19./20. Jahrhundert sind es eine Vielzahl von Dienstvorschriften und Anleitungen zur Waffen- und Munitionskunde, die zur Bearbeitung der Militaria-Objekte unentbehrlich sind.
Zeitschriften, Zeitungen, Almanache, JahrbücherDer separierte Zeitschriften- und Zeitungsbestand bildet mit ca. 3.200 Titeln (ca. 40.000 Bände) die allerdings nicht in aller Vollständigkeit vorhanden sind eine insbesondere im Hinblick auf das Ausstellungswesen wichtige Bestandsgruppe unserer Bibliothek. Einzelblätter zu wichtigen historischen Ereignissen werden in der Dokumentensammlung des Museums gesammelt und aufbewahrt. Bereits aus dem 18. Jahrhundert sind 46 zeitschriftenartige Titel vorhanden. Dazu zählen einige moralische Wochenschriften, ein weit verbreiteter Zeitschriftentyp der populären bürgerlichen Aufklärung, die literarischen Zeitschriften wie der Deutsche Merkur, Deutsches Museum, Schillers Horen sowie die von Friedrich Nicolai und Gotthold Ephraim Lessing veröffentlichten Briefe, die neueste Literatur betreffend, das Journal für Fabrik, Manufaktur, Handlung und Mode, die Europäische Fama,das Patriotische Archiv und andere. Für das 19. Jahrhundert sind ca. 350 Titel vorhanden. Darunter die ersten bedeutenden Zeitschriften des Frühsozialismus wie das von Karl Marx und Arnold Ruge in Paris gegründete Deutsch-Französische Jahrbuch (Paris 1844), die von Moses Heß redigierte Zeitschrift Gesellschaftsspiegel (Elberfeld 1845/46) sowie die illustrierten Zeitschriften und Zeitungen wie die Leipziger Illustrirte Zeitung, die unterhaltenden und satirischen Wochenschriften Gartenlaube, Fliegende Blätter, Kladderadatsch, Simplicissimus und Über Land und Meer. Aus der Weimarer Zeit sind besonders die Zeitungen und Zeitschriften von Parteien und Organisationen wie Vorwärts, AIZ, Rote Fahne und Kommunistische Internationale zu nennen. Die Zeit des Nationalsozialismus wird dokumentiert durch den Völkischen Beobachter und einige seltene antisemitische Zeitschriften, aber auch durch kulturpolitische Zeitschriften wie Das Wort und die antifaschistische Emigrationszeitschrift Freies Deutschland (Moskau 1943-1945). Eine komplette Sammlung aller überregionalen Tageszeitungen und illustrierten Zeitschriften der DDR bis 1990 vervollständigt diese Sammlung, deren gesamter Bestand durch einen chronologischen Zeitschriften- und Zeitungskatalog erschlossen ist.
Museums- und AusstellungskatalogeSchwerpunktmäßig wird die Literatur zum Museums- und Ausstellungswesen gesammelt. Neben der periodischen und monographischen Literatur zum Museumswesen ist eine Sammlung von zurzeit ca. 10.000 Museums- und Ausstellungskatalogen entstanden, die vorwiegend im Rahmen des wissenschaftlichen Schriftentausches mit ca. 400 Tauschpartnern erworben werden. Ältere Ausstellungskataloge werden durch antiquarische Ankäufe ergänzt. Diese Sammlung reicht vom Faltblatt bis zur wissenschaftlichen Abhandlung.
Sammlung RaraEine besondere Aufgabe sieht die Bibliothek in der Sammlung des historischen Buches als Ausstellungsobjekt. Der hier zusammengefasste Bestand (ca. 10.000 Bände) wird durch Neuankäufe ständig erweitert. Die Sammlung enthält neben kostbaren und seltenen Drucken auch Kupferstichwerke, Erstausgaben der deutschen Literatur, Philosophie, Naturwissenschaft und Technik sowie populäre und massenhaft verbreitete Drucke wie Flugschriften, Kalender, Almanache, Gebrauchsliteratur aller Art bis hin zu Broschüren aus der Zeit des Kalten Krieges. In dieser Sammlung finden sich: - einige kulturgeschichtlich bemerkenswerte Handschriften, z. B. ein doppelseitig beschriebenes Pergamentblatt aus dem Heliand (um 830), zwei Breviere (Mitte 15. und Anfang 16. Jahrhundert) und das neunte und zehnte Buch der Spruchgedichte des Volksdichters und Meistersingers Hans Sachs (1535 u. 1555) mit charakteristischen Renaissanceeinbänden, die zu den bekannten, bis zum Tode des Dichters in seiner Wohnung aufbewahrten Handexemplaren gehören - 33 Inkunabeln, u. a. die Schedelsche Weltchronik (Nürnberg 1493), die erste lateinische Übersetzung des Berichtes von Christoph Kolumbus Epistola de insulis nuper inventis (Rom 1493) über die Entdeckung der Neuen Welt, die Chronik von Cöln (Köln 1499), Konrad von Megenbergs Buch der Natur (2. Ausgabe, Augsburg 1478) und das berüchtigte Buch über die Hexenverfolgung von Heinrich Institoris und Jakob Sprenger Malleus maleficarum (Speyer1487) - ein größerer Bestand an Literatur des 16. Jahrhunderts: Allein für die Zeit von 1500 bis 1555 sind ca. 480 Druck- und Flugschriften vorhanden. Darunter befinden sich 160 Lutherschriften mit dem kulturgeschichtlich bedeutsamen Septembertestament (Wittenberg 1522), eine zweibändige Prunkbibel, auf Pergament gedruckt bei Heinrich Steiner (Augsburg 1535), aus dem Besitz der Reichsgrafen von Ortenburg und die 95 Thesen (Basel 1517) über den Ablass. Erwähnenswert sind außerdem Ulrich von Huttens Gespräch büchlin (Straßburg 1521) mit seinem Programm der Befreiung der deutschen Nation von der päpstlichen Vorherrschaft, die bekannten Dunkelmännerbriefe Epistolae obscurorum virorum (Hagenau 1515), das WittenbergischeundHallesche Heiltumsbuch (1509 bzw. 1520), die die Reliquiensammlung Friedrichs des Weisen von Sachsen und Albrechts von Brandenburg enthalten, Sebastian Brants Moralsatire Narrenschiff (Basel 1506), die Bannandrohungsbulle von Papst Leo X. Bulla contra errores Martini Lutheri et sequacium (Rom 1520), aber auch das Manifest des Bauernkrieges Die Grundlichen und rechten Hauptartikel aller Bauernschaft (Augsburg 1525). Die wissenschaftliche Literatur dieser Zeit ist vertreten durch Johannes Kepler, Georg Agricola, Adam Riese, Peter Apian, Euklid, Galileo Galilei und Albrecht Dürer, medizinische Schriften von Andreas Vesalius, Paracelsus und Leonhard Thurnneysser zum Thurn, geografisch-topografische Werke von Sebastian Münster und Claudius Ptolemäus, ergänzt durch Städtechroniken von Georg Braun und Franz Hogenberg. - Das 18. Jahrhundert ist in der Rara-Sammlung besonders reich vertreten. Hier sind zu nennen das Universallexikon von Johann Heinrich Zedler(Halle, Leipzig 1737-1750), die Oeconomisch-technologische Enzyklopädie von Johann Georg Krünitz (Berlin 1773 ff.) und die Encyclopédie, ou dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers, par une societé de gens de lettres in 36 Bänden von Denis Diderot und Jean d'Alembert (Lausanne, Bern 1779-1782). Auf dem Gebiet der Literatur und Philosophie sind über 200 Erstausgaben der führenden Vertreter der deutschen Aufklärung und Klassik vorhanden. Literatur zu den kriegerischen Auseinandersetzungen der Zeit (Siebenjähriger Krieg, Schlesische Kriege, Österreichischer Erbfolgekrieg, Nordischer Krieg, Türkenkriege) und zur brandenburgisch-preußischen Geschichte runden den Bestand ab. - Für das 19./20. Jahrhundert stehen charakteristische Dokumente der fortschrittlichen und revolutionären Bewegungen zur Verfügung. Zu den seltenen Werken gehören Schriften aus der Zeit des Frühsozialismus mit einer Ausgabe des Kommunistischen Manifests von Karl Marx und Friedrich Engels (vermutlich Köln 1850), Die Lage der arbeitenden Klasse in England von Friedrich Engels (Leipzig 1845) und Flugschriften der Revolution von 1848. Eine umfangreiche Sammlung an Originalschriften der alten Sozialdemokratie mit Werken von August Bebel, Wilhelm Liebknecht, ferner Schriften zur Arbeiterfrage, Lebensbeschreibungen einzelner Arbeiter und Parteiprogramme dokumentieren die Herausbildung und die Kämpfe der Arbeiterbewegung im Kaiserreich. Für die Weimarer Zeit sind Schriften von Parteien und Organisationen, Flugschriften zur Novemberrevolution 1919, Bücher des Malik-Verlages und eine größere Anzahl von Erstausgaben der bürgerlich-humanistischen und proletarisch-revolutionären Schriftsteller vorhanden. Aus der Zeit des Nationalsozialismus finden sich neben Schrifttum der NSDAP die Zeugnisse des Widerstandes und 220 Exilschriften. - umfangreiche Bestände für die Zeit nach 1945, insbesondere für die Geschichte der DDR und dokumentarische Schriften aus der Zeit des Kalten Krieges
Aktuelle Informationen zum Museum und zu Ausstellungen unter: http://www.dhm.de |